Ennstal light und laut
Es ist immer wieder ein aufregendes Gefühl, auf einer Rennstrecke zu fahren. Das Kribbeln beginnt schon in der Boxengasse, wenn die Maschinen angeworfen werden und ein vielfaches Dröhnen, Brüllen und Knallen ansetzt, bis hin zu dem Moment, da es von der Boxengasse hinaufgeht durch die doch recht enge Rechtskurve und dann endlich raus auf den Kurs.
Die Rede ist vom Red Bull Ring und der Anlass ist die Chopard Race Car Trophy. Der Nebenbewerb der Ennstal Classic bietet viele Vorteile: wer die Rallye, die wahrlich kein Blumenkorso ist, schon mehrmals bewältigt hat, der findet sich hier in einem geradezu beschaulichen Tagesablauf wieder. Man fährt weit weniger Kilometer, die dafür umso intensiver und hat viel mehr Zeit, um die anderen Boliden zu bewundern und mit der alteisenverrückten Zunft ausgiebig Benzin zu quatschen. Sämtliche Strecken sind gesperrt, der Ring (no na!), die Tauplitzalm-Alpenstraße, der Flughafen Niederöblarn und die Strecke von Moosheim hinauf nach Gröbming. Die Devise heißt Kurven schneiden, Gänge ausdrehen und glühen, glühen, glühen! Die Baujahrsgrenze liegt bei `82, so war es mir möglich, erstmals mit eigenem Gefährt anzutreten: Triumph Dolomite Sprint, Bj. 1976
Man trifft interessante Menschen bei dieser Art der Freizeitbeschäftigung, etwa den scheuen und bescheidenen Christian Clerici, dessen kleines, blaues Auto, das wie ein herziger Fisch heißt (Nemo oder so), aus dem Starterfeld kaum heraussticht. Denn völlig unehrgeizigen Dieter Quester, der mittlerweile niemandem mehr Streiche spielt, indem er ihm etwa einen Aufkleber auf‘s Auto pickt, der wie eine Delle ausschaut. Oder den todernsten Andi Aigner, der sicher nie auf die Idee kommen würde, einen Formelrennwagen im Drift um die Ecke zu werfen. Oda wos?!

der scheue und bescheidene Christian Clerici, dessen kleines, blaues Auto, das wie ein herziger Fisch heißt (Nemo oder so) ...
Natürlich ist die RTC kein Rennen sondern ein Gleichmäßigkeitsbewerb. - Wie aber fährt man mit ausreichend motorisiertem Gerät gleichmäßig? Nun, in unserem Fall half ein neu aufgebauter und noch nicht komplett eingefahrener Motor. Ich genehmigte mir in keinem Gang mehr als knapp 5.000 Touren und landete, gemeinsam mit meinem treuen Beifahrer Günter Schrems, bei unserem ersten Antreten gleich auf dem 4. Platz, welcher der beste ist ohne Schmäh! Denn man ist doch sehr weit vorn im Klassement, braucht aber nicht auf die Siegerehrung zu warten.
Euer
Rudi Roubinek
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